Geschichte

Die heutigen Landesgrenzen Guineas wurden einst zwischen Frankreich, Grossbritannien und Portugal ausgehandelt.

 

Ehemals französische Kolonie (1885 – 1958), wurde 1958 unter Sekou Touré, in einer Volksabstimmung, die Unabhängigkeit beschlossen. Frankreich zog seine Truppen vollständig ab und stellte unverzüglich seine finanzielle Hilfe ein.

1970 versuchte Portugal nochmals erfolglos Guinea einzunehmen.

 

Bis 1984 wurde unter dem diktatorischen Herrscher Sekou Touré versucht, den Sozialismus zu etablieren. Enge Beziehungen zur Sowjetunion und den osteuropäischen Staaten wurden aufgebaut. Sekou Touré regierte mit eiserner Hand, Opponenten wurden unverzüglich eliminiert oder im Camp Boiro - einem berüchtigten Gefängnis - eingesperrt.

 

Nach dem Tode von Sekou Touré kam 1984 Oberst Lansana Conté, gestützt auf das Militär, an die Macht und regierte bis zu seinem Tode im Dezember 2008, in den letzten Jahren sehr geschwächt, gezeichnet durch Krankheiten und eigentlich führungsunfähig.

 

Gemäss Verfassung von 1991 ist Guinea eine Präsidialrepublik. Bürger- und Grundrechte werden in der Praxis kaum respektiert. Seit der Machtübernahme Contés 1984 gab es verschiedene Unruhe-

und Protestphasen von Opponenten, die regelmässig durch das Militär niedergeschlagen wurden. Das Land litt ebenfalls sehr unter den Bürgerkriegen seiner Nachbarländer Sierra Leone und Liberia und hatte zeitweise ca. 700’000 Flüchtlingen zu beherbergen, noch heute sind es schätzungsweise 40'000.

 

Nach dem Tode von Lansana Conté wurde die Verfassung aufgehoben. Anschliessend wurde das Land durch zwei sich folgende Chefs der Militärjunta regiert. Die Bevölkerung war verunsichert und aufgebracht und drängte auf Wahlen, was zu mehreren, zum Teil blutigen Unruhen führte. Demokratische Wahlen wurden gefordert, die endlich im 2010 stattfanden. Im zweiten Wahlgang wurde im November 2010 Alpha Condé gewählt. Bis zur Bestätigung des Präsidenten durch

den Senat im Dezember 2010 eskalierten die Unruhen nochmals, das Land stand unter der Notstandsverordnung. Die Bevölkerung hoffte dann auf dringende Veränderungen durch den neuen Präsidenten, diese Hoffnungen zerschlugen sich leider: Ethnozentrismus, Nepotismus, Korruption sind nur einige aktuelle Stichworte …

 

Am 11. Oktober 15 fand eine erneute Präsidentenwahl statt. Obwohl  ein grosser Teil der Bevölkerung mit dem aktuellen Präsidenten äusserst unzufrieden war und sich betrogen und ausgenützt fühlte, wurde Alpha Condé wieder gewählt. Der Vorwurf des Wahlbetrugs wird lautstark geäussert … . Von Gesetzes wegen ist die Wählbarkeit des Präsidenten auf zwei Amtsdauer beschränkt. Nun wird seitens des Präsidenten  bereits über eine Gesetzesänderung mit Verlängerung der Amtsdauer gesprochen ... .

Die Spannungen zwischen der Opposition und der Regierung sind gross. Deshalb kommt es in Conakry sowie im Inneren des Landes es regelmässig zu Demonstrationen, die zum Teil zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen ethnischen und politischen Gruppen und den Sicherheitskräften führen. Immer wieder werden zahlreiche Menschen verletzt oder getötet.

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